FRAG DIE PFAHLBAUER*IN

Was wollten Sie schon immer über die Pfahlbauer*in wissen? Hier können Sie Ihre Fragen zur Pfahlbauzeit oder zu Objekten der Ausstellung «Die Pfahlbauer*in» stellen.

 

Die Fragen werden an kompetente Archäolog*innen weitergeleitet und hier auf der Website beantwortet.

 

Bisherige Fragen und Antworten >>

BITTE GEBEN SIE IN DIESEM FORMULAR IHRE FRAGE EIN:

BISHERIGE FRAGEN

 

Frage von Kathrin, 17. Februar 2021:

Konnten Pfahlbauer*innen schwimmen?

Das ist eine gute Frage und würde uns auch wundernehmen. Wir können lediglich mutmassen und ethnographische Vergleiche anstellen, aber sicher wissen wir es nicht. In Anbetracht dessen, dass die Pfahlbauten am Wasser unterwegs waren, ist es gut vorstellbar, dass sie schwimmen konnten. Die Leute haben Tiere beobachtet und Landtiere können oft schwimmen. Sicher kein Crawl, aber zumindest einige konnten vermutlich schwimmen.

Weit entfernt und etwas vor den Pfahlbauer*innen gab es Menschen, die schwimmen und ausgezeichnet tauchen konnten, wie die häufigen Funde von Spondilusmuschelschmuck in Gräbern der Bandkeramik zeigen. Die Spondilusmuschel lebt im Meer in einer Tiefe von 2-10m wo sie hochgetaucht werden musste. Wenn die Leute am Schwarzen Meer tauchen konnten, weshalb sollten die Leute am See nicht schwimmen können? 

Frage von Christian, 30. März 2021:

Wie waren die Pfahlbauer*innen gekleidet?

Glücksfälle wie Ötzi (die Eismumie vom Tjsenjoch), Schnidi (Ausrüstungsgegenstände auf dem Schnidejoch) oder bronzezeitliche Eichensärge aus Dänemark mit Kleidungsresten geben punktuelle Einblicke. Grundsätzlich trugen die Leute Kleider aus Gewobenen, geflochtenen und gezwirnten Pflanzenfasern, Leder, Fell und ab der Bronzezeit also, etwa ab 1500 v. Chr auch aus Wolle. Aus den Pfahlbauten haben wir einzelne Kleidungsstücke wie Schuhe, Umhänge oder Hüte. Ansonsten haben wir nur kleine Gewebestücke.

Das Aussehen der Kleidung und vor allem der Leute bleibt in grossen Teilen spekulativ. Waren sie tätowiert, geschminkt oder anders geschmückt? Vieles wird wohl immer im Dunkeln bleiben.

Auf dem Bild sind Kleiderkombis abgebildet, die wir für die Ausstellung anfertigen liessen. Hier ist jedes Kleidungsstück ausser dem Schnitt des Leinenhemdes der rechten Person archäologisch bezeugt. Aber aus ganz unterschiedlichen Ecken aus Europa.

Frage von Christian, 30. März 2021:

Hatten sie Pferde?

Pferde als Jagdbeute waren schon lange bekannt. Domestiziert und zum Reiten genutzt wurde das Pferd aber erst ab dem Ende der Jungsteinzeit. Reiten konnten also erst die späten Pfahlbauer*innen und auch dann konnten es sich vermutlich  nur wenige leisten.

Frage von Christian, 11. April 2021:

Gibt es in Zürich im Zürcher Oberland Hühnergräber?

Da Hühner erst in der Eisenzeit also zur Zeit von Asterix in unsere Regionen kamen, ist das Vorhandensein von Hühnergräbern eher unwahrscheinlich. Zudem wissen wir sehr wenig über prähistorische Begräbnisse von Tieren.

Nein im Ernst: Im Kanton Zürich gibt es ausser ein paar kleinen Steinkistengräbern keine bekannten Megalithen.